Mittwoch, 23. Juni 2010

Religion-Vortrag: Handout...

Handout: Jüdische Gemeinde Mannheim (Steven, Nico)

Geschichte der Juden in Mannheim:
Die jüdische Gemeinde in Mannheim wurde Mitte des 17. Jahrhunderts gegründet.Es wurden mit der Gründung jüdische Familien aufgenommen, die für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen sollten. Mitte des 18. Jahrhunderts lebten 18 jüdische Hoffaktoren (Kaufmänner, die für finanzielle Angelegenheiten am Hof beschäftigt waren) in der Stadt Mannheim. 1925 lebten 6.972 Juden in Mannheim. Während dem Zweiten Weltkrieg gab es wegen den Judendeportationen und Pogromen keine jüdische Gemeinde mehr. Es kamen 1.300 Juden zwischen 1933-1945 ums Leben. Ab 1945 wurde dann nur noch von den Überlebenden aus den Lagern eine kleinere Gemeinde gegründet. Bis 1957 war ihr Gemeindezentrum im ehemaligen jüdischen Waisenhaus (R7) untergebracht. Die Anzahl der Juden in Mannheim beträgt bis heute etwas mehr als 600 Mitgliedern.


Jüdische Einrichtungen in Mannheim:
Die westliche Unterstadt war früher das Zentrum des jüdischen Mannheim. Im 17. und 18. Jahrhundert lebten hier die meisten jüdischen Familien. Hier waren die Synagogen, der alte Jüdische Friedhof, das Gemeindehospital und das rituelle Tauchbad. Später kamen noch die Betstübel der so genannten "Ostjuden" hinzu. Vor der Nazizeit gab es eine hebräische Buchhandlung, eine Toraschreiberwerkstatt, koschere Metzgereien und kleine Läden mit diversen religiösen Bedarfsgegenständen. Mit dem Neubau des Gemeindezentrums in F3 ist die jüdische Gemeinde 1987 wieder an ihren historischen Platz ins Zentrum der Stadt zurückgekehrt. Die ersten jüdischen Familien kamen Mitte des 17. Jahrhunderts aus Pfeddersheim bei Worms und aus Amsterdam. Die Kurfürsten waren sehr an der Ansiedlung vermögender Juden interessiert, die der wiederholt kriegszerstörten Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen sollten. Kurfürstliche Konzessionen gewährten ihnen außergewöhnliche Freiheiten. Die jüdische Gemeinde entwickelte sich rasch und erlebte im 18. Jahrhundert durch die Verlegung des kurfürstlichen Hofes von Heidelberg nach Mannheim einen großen Aufschwung. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es 18 jüdische Hoffaktoren in der Stadt. Die meisten Mannheimer Juden lebten damals jedoch als Kaufleute und Handwerker in bescheidenen Verhältnissen. Viele waren sogar sehr arm und hatten kein Heimatrecht. Die gesellschaftliche Liberalisierung nach der Französischen Revolution, brachte den Juden Badens allmählich die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Zum wirtschaftlichen Aufschwung Mannheims als Handels- und Industriestadt trugen jüdische Bankiers, Unternehmer, Kaufleute und Arbeiter bei. Juden wirkten in städtischen Ämtern und vielen Vereinen zum Wohle ihrer Heimatstadt oder traten als großbürgerliche Mäzene in Erscheinung.Die "Liberalen" hatten ihr Zentrum in der Hauptsynagoge (F2) und die "Orthodoxen" in der Klaussynagoge (F1). Beide Gruppen verstanden sich als "deutsche Juden", nicht als "Juden in Deutschland". Den aufkommenden Antisemitismus beobachtete man zwar auch in Mannheim aufmerksam, stufte ihn aber nicht als ernste Gefahr ein. Der "Zionismus", die damals junge jüdische Nationalbewegung, galt als Perspektive für die armen "Ostjuden". Hierzulande war man deutschnational, liberal, sozialdemokratisch oder kommunistisch orientiert. Wie überall in Deutschland und später in ganz Europa wurden auch in Mannheim Juden während der Naziherrschaft gepeinigt, terrorisiert, entrechtet, verschleppt und in den Lagern umgebracht. Mit der großen Deportation vom 22./23. Oktober 1940 fand die alte Mannheimer Gemeinde ihr Ende. Fast 2.000 Mannheimer Juden wurden mit den anderen Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das südfranzösische Lager Gurs verschleppt. Von den fast 7.000 Mannheimer Juden, die 1933 hier lebten, verloren durch die Verfolgung der Nazis über 2.000 ihr Leben. Überlebende aus den Lagern gründeten bereits Mitte 1945 eine neue Gemeinde. Bis 1957 war ihr Gemeindezentrum im ehemaligen jüdischen Waisenhaus (R7) untergebracht. Von 1957 bis 1987 hatte die kleine Gemeinde in der Oststadt (Maximilianstr.) eine Synagoge. Obwohl die Jüdische Gemeinde Mannheim zurzeit nur ca. 600 Mitglieder hat und mit der Vorkriegsgemeinde nicht zu vergleichen ist bietet sie ein reges kulturelles Programm und religiöses Leben, das auch Nichtjuden offen steht. So lautet eine der beiden hebräischen Portalinschriften der neuen Synagoge auf Deutsch: "Mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Völker sein".


Hauptsynagoge

Jüdischer Friedhof

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